Gebaute Solidarität in der Kreuzberger Luisenstadt

Gebaute Solidarität in der Kreuzberger Luisenstadt

Schon seit vielen Jahren gibt es am Standort in der Waldemarstraße – Ecke Legiendamm – ein Wohnheim für obdachlose Menschen. Viele Bewohner dieser Einrichtung sind – schon aufgrund ihres harten Lebenswegs – sowohl seelisch als auch körperlich belastet. Die feste Unterkunft gewährt ihnen Stabilität in der Not. Bisher war es jedoch so, dass ein Bewohner genau diese mühsam erworbene Sesshaftigkeit verlor, wenn er pflegebedürftig wurde. So entstand die Idee, eine Pflegestation in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wohnheim zu errichten.

Ziel des Neubaus: Die Eigenständigkeit des Alten wird bestärkt

Die vorhandene winkelförmige Bestandsanlage ist – mit jeweils fünf bzw. sechs Geschossen - um ein sogenanntes „Gartenhaus“ mit insgesamt vier Geschossen erweitert worden. Dieses gehört ganz den Bewohnern und wird exklusiv von ihnen genutzt. Die Pflegezimmer richten sich ausnahmslos zur idyllischen Hofseite aus und ermöglichen den Bewohnern den Blick in den Garten. Im Gegensatz dazu liegen die Funktionsbereiche ausschließlich auf der anderen und damit der Stadt zugewandten Seite. Ein schmales dreigeschossiges Stichgebäude, das sich bis an die Baufluchtlinie entlang der Waldemarstraße schiebt, ergänzt das Ensemble.

Der Kopfbau, in dem die Mitarbeiter der Verwaltung, Heimleitung und des Pflegedienstes arbeiten, erschließt zugleich das Gartenhaus und gibt der plastischen Entwicklung des gesamten Baukörpers seine stimmige Vollendung.

Nutzfläche (NGF): 1.468 m²
Planungszeit: Ende 2011 bis Ende 2012
Bauzeit: Anfang 2013 bis Mitte 2014

Text: Manuela Zappe
Fotos: © Ulrich Schwarz, Berlin