Campus Ohlauer Straße

Campus Ohlauer Straße

Neubauvorhaben im Wohnungsbau mit Stadtteilbibliothek

Gebäudekonzept „Innovatives Wohnprojekt Kreuzberg“ für unterschiedliche Nutzergruppen

Für das Integrationsprojekt „Campus Ohlauer Str. 12-18“ wurde auf dem Gelände der ehemaligen Gerhard-Hauptmann-Schule in Berlin-Kreuzberg ein städtebauliches Konzept entwickelt, das unterschiedliche Wohnformen räumlich miteinander verbindet: Sozialer Wohnraum, Wohnformen für Geflüchtete und Studenten sowie Wohngemeinschaftsformen für wohnungslose Frauen werden mit einer öffentlichen Familienbibliothek und Lernräumen nach dem Vorbild gemischter Stadtquartiere räumlich und nachbarschaftlich verbunden. Als Pilotprojekt wird eine Fahrradgarage mit einer großen Anzahl an Stellplätzen entwickelt.

Integration in die Umgebung

Die verschiedenen Gebäudeteile werden in die typische Berliner Blockstruktur eingepasst. Freie Restflächen innerhalb eines gewachsenen Blocks werden durch hoch verdichtete Baukörper auf möglichst geringer Grundfläche ergänzt („Mini-Block“). Die Erschließung für die oberen Geschosse wird nach außen gelegt, um Gebäudetiefe und Baumasse zu reduzieren. Bestehende Freiräume und Gebäude werden in das Leben im Block einbezogen. Der öffentliche Hof wird zur Begegnungsstätte der Nutzer verschiedener Kulturen.

Die Wohnungen sind so konzipiert, dass wechselnde Belegungen unterschiedlicher Nutzergruppen möglich sind. Es entstehen typisierte Wohneinheiten mit einer zweiseitigen Belichtung (Durchsteckwohnungen) mit Größen von 30,5 qm, 55 qm (nach Wohnraumförderrichtlinie) und 65 qm. Sämtliche Wohneinheiten erhalten vorelementierte Badzellen.

Elementiertes Bauen

Im Erdgeschoss wird die Tragkonstruktion aus Gründen großräumiger Nutzungen (z. B. Bibliothek) in Stützen und Riegel aufgelöst. Die oberen Geschosse sind als klassischer Wandbau mit Stahlbetonfertigteilwänden geplant, da dieser die größte Flexibilität im Wohnungsbau garantiert. Die Außenwände werden als Betonsandwichfertigteile mit Tragschale, Dämmung sowie äußerer Wetterschale mit unterschiedlichen Betonoberflächen vorfabriziert. Treppenläufe und Treppenpodeste werden ebenfalls als Fertigteilelemente hergestellt.

Das Integrationsprojekt schafft kostengünstigen Wohnraum, ohne dass man es der Architektur ansieht. Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund stehen stellvertretend für eine „bunte Gesellschaft“. Die Begegnungsräume versuchen frisch, einladend, freundlich und farbenfroh, Ausgrenzung gar nicht erst zu provozieren.